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                 Der Altdeutsche Schäferhund !

                                                                                    
                                            Der Altdeutsche Schäferhund, ist keine eigenständige Rasse.
                      Bei ihm handelt es sich um einen Deutschen Schäferhund mit langstockhaarigem Fell.
                           Den Namen trägt er in Anlehnung an seine einstigen, langstockhaarigen Urahnen.
              Seine Vorväter sind die Selben, wie die des stockhaarigen
(kurzhaarigen) SV - Schäferhundes. 
                                Seine Entstehungsgeschichte ist identisch, mit der des stockhaarigen DSH.

            Beim SV war die Zuchtverwendung langstockhaariger Rassevertreter bis zum Jahre 2011, verboten.
                 In anderen, staatlich geschützten Zuchtverbänden aber fanden diese langstockhaarigen Tiere
          ihre züchterische Heimat. Bereits seit den frühen 80. Jahren wurden dort unter strengen Zuchtauflagen,
                    langstockhaarige, deutsche Schäferhunde
( mit anerkanntem Stammbaum ) miteinander verpaart.
                        Deren Nachkommen mit dem schönen, langen Fell sind bekannt unter der Bezeichnung, 
                                                                      
 
Altdeutsche Schäferhunde.

                                Im Unterschied zum Langstockhaar-Schäferhund, den wir als "
Zufallsprodukt
                                         zweier
stockhaariger Elterntiere aus den SV - Zuchten kennen,
                          besitzt ein Altdeutscher-Schäferhund ausschließlich
langstockhaarige Vorfahren
                                                       und das oftmals schon über viele Generationen.

                         Er trägt ein mehr oder weniger langes Deckhaar
( 5- 10 cm ) mit reichlich Unterwolle,
                                                                      das sogenannte
Langstockhaar .
                           Sein Fell darf schlicht, locker anliegend, auch leicht gewellt, aber nie gelockt sein.
 
                   
        Fehlende Unterwolle  wie beim kaum noch existenten  Langhaar-Schäferhund, 
                                                                    gilt als zuchtausschließender Fehler. 
                                  Der Pflegeaufwand seines Fellkleides ist ein wenig höher als das eines 
                                          stockhaarigen Hundes,  aber durchaus geringer als befürchtet.

                                             Der Altdeutsche wird in einer breiten Farbpalette gezüchtet. 
                                Für jeden Geschmack ist etwas dabei, angefangen von rein schwarz, über 
                    schwarz mit braunen bzw. gelben Abzeichen, bis hin zu wunderschönen Graunuancen.

                            In ihm vereinen sich Schäferhundblut aus Schönheits- und Leistungslinien.

                  
    Ein harmonisches Gebäude ( ohne Übertreibungen ) wird in der Zucht angestrebt. 
                   So hat ein Altdeutscher Schäferhund normale Winkelanlagen
( ist also nicht überwinkelt )  
                                        und eine gerade, allenfalls sanft nach hinten abfallende  Oberlinie. 

                                Er ist knochenstark, hat einen kräftigen Kopf mit gutem Stopp, kurzem Fang 
                                                           und kleinem bis mittelgroßem, festen Ohr.
                       Gerne werden Verpaarungen mit langstockhaarigen Hunden einstiger (
DDR-Linien )  
                                              vorgenommen, um durch sie diese Merkmale zu festigen. 

                                  Wesensmäßig stellt er einen guten, anpassungsfähigen Familienhund dar.
                        Sowohl im Alltag, wie im Hundesport, aber auch als Diensthund erfüllt er zuverlässig
                 die an ihn gestellten Anforderungen und ist stets bemüht, seinem Herrn Freude zu bereiten.
                              Er ist aufgeschlossen und ausgeglichen, keinesfalls nervös oder hyperaktiv.

                                                                             


                     Der Altdeutsche Schäferhund wird von allen Zuchtvereinen und Dachverbänden der Welt
                                 als die langstockhaarige Variante des Deutschen Schäferhundes, anerkannt.

    

                                                                                              *  *  *
    Der Deutsche Schäferhund und seine langstockhaarigen Kinder !
                       Unerwünschter Zuchtfehler oder erhalten gebliebene, wunderschöne Erbanlage ?

                                                                                         
                                  

                                                     Ein Blick in die Vergangenheit !

  An der Entstehung des  DEUTSCHEN SCHÄFERHUNDES(Ende des 19. Jh.)  waren neben stockhaarigen,
                  in erheblicher Menge auch zott-,  rau-  und  langstockhaarige Hütehundschläge beteiligt.
                                  Sie unterschieden sich in Ohren und Rutenhaltung, Größe und Farben.  
            Verschiedenartiger konnten sie nicht aussehen und doch hatten sie große Gemeinsamkeiten.
           Alle waren anspruchslose, unermüdliche Arbeiter, ausgestattet  mit besten Hüteeigenschaften, 
                     Beflissenheit, Intelligenz  und Führigkeit gegenüber ihrem Herrn. Seit Jahrhunderten 
                                                               auf genau diese Eigenschaften selektiert.  


                                                                  Siehe Entstehungsgeschichte, bei Sonstiges !  

                 

                   Den Pionieren der Deutschen Schäferhundzucht stand als Zucht - Ausgangsmaterial  
                                       eine große Auswahl erstklassiger Arbeitshunde zur Verfügung. 


                         Auf einer Hundeausstellung in Dortmund 1894, erregten die dort vorgestellten  
                                        "Deutschen Schäferhunde",  großes Aufsehen und Interesse.  

                     Der Tiermaler Ludwig Beckmann schlug vor, die Rasse in 3 Klassen zu unterteilen.
                                    Den rauhaarigen-, den glatt- und den langhaarigen Schäferhund. 
 

    Anfängliche Bemühungen, die Zucht des Deutschen Schäferhundes unter die Aufsicht und Betreuung
              neu gegründeter  Zuchtvereine zu stellen, scheiterten an den widersprüchlichen Meinungen 
                der Vereinsmitglieder, über die  Beschaffenheit des Rassestandards und führten am Ende 
                                                                         zur Auflösung dieser Vereine. 

                            So sprachen sich die Einen für die Anerkennung mehrerer Farbschläge und Haararten aus,  
                                      
( Ähnlich dem, des zur selben Zeit entstandenen Belgischen Schäferhundes  ) 
                               
während Andere nur den stockhaarigen-, vorrangig grauen  Hund akzeptieren wollten.


  Im Jahre 1899 gründete eine Gruppe gleichgesinnter Schäfer, Hütehund-Liebhaber und Idealisten unter 
  der Leitung des Rittmeisters Max von Stephanitz einen Zuchtverein für Deutsche Schäferhunde, den SV.
        ( Der SV ist heute der größte Zuchtverein Deutschlands für die Rasse Deutscher Schäferhund, aber nicht der Einzige. )
                                               Ein Standard wurde aufgestellt, ein Zuchtbuch angelegt. 


       Angestrebt wurde ein, von einheitlichem Erscheinungsbild, auf vielen Gebieten ( auch im Kriegsdienst )  
                                                              einsetzbaren-, deutschen "Alleskönner".
             Dieser Rassehund sollte mittelgroß, u. möglichst wolf-ähnlich sein. Er sollte feste Stehohren,
                         eine herabhängende Rute, sowie beste Gebrauchshundeigenschaften besitzen. 


                                                                                 

               Auf den ersten Seiten des Zuchtbuches für DSH sind noch Hunde verschiedener Größen, 
     Farbschläge und Fellarten vermerkt. In der nun folgenden Zeit
der gezielten Zucht, erwies sich aber 
                      die Vermischung des Württemberger mit dem Thüringer Schlag als die beste Wahl.   
                           Die Nachkommen dieser Tiere kamen dem erträumten Zuchtziel am Nächsten.



                                                                                Der Württemberger !
                                                                                   
(  Heute ausgestorben. )

        Als Nachfahre einstiger Herdenschutzhunde, war er ein durchsetzungsfähiger, großer, meist "schlapp-ohriger" Gesell
                   mit herabhängender Rute. Er besaß ein kräftiges Gebäude u. lange Laufknochen mit guten Winkelungen.
                                                 Tiere mit langem, zum Teil zotteligen Fell bezeichnete man als

                                                                        "Altdeutsche Schäferhunde" .

                                                                                     Der Thüringer !
                                                                                                                
(  Heute ausgestorben. )
         
Ein nerviger, eher kleiner, flinker Arbeiter ( gern von grauer Farbe ),ließ mit seinen festen Stehohren und der kurzen, 
                                    oft gerollten Rute, neben dem Bronze- auch den Torfhund als Urahn vermuten.


                 Nach und nach verschwanden die Schecken, die gestromten-, und die einfarbigen Hunde 
                                                                          aus dem Zuchtgeschehen.
                        Auch die Weißen waren, obwohl maßgeblich an der Entstehung des DSH beteiligt, 
                    eines Tages unerwünscht. Ebenso erging es den Rauhaarigen, Lang und Zotthaarigen.
          Lediglich die Langstockhaarigen mit Unterwolle fanden unter Vorbehalt weiterhin ihren Einsatz 
                                                                                     in der Zucht.

                    
Das angestrebte Fell des  Deutschen Schäferhundes sollte ein mit guter Unterwolle 
                                                             versehenes Kurzhaar
( Stockhaar ) sein.


                   Die Schäfer jener Zeit, ließen sich den wahren Wert ihrer fleißigen Helfer aber nicht in Abrede stellen.
                                           Für sie zählten nun einmal gute Hüteeigenschaften mehr als Exterieur.
          Ihnen ist es zu verdanken, dass  heutzutage Hütehunde einiger dieser uralter Schläge überhaupt noch existieren.   


                  Durch Auslese, intensive Linien-  bzw.  Inzucht, gelang es den damaligen SH - Züchtern,
                   in recht kurzer Zeit eine gebrauchstüchtige, äußerlich ansprechende Rasse zu formen.
                                  Diese Hunde, waren zuverlässig, universell einsetzbar und schon bald 
                                                        auf allen Kontinenten bekannt und begehrt.
                      Obwohl der Standard das Stockhaar vorschreibt, verwendete man viele Jahrzehnte 
                                              auch immer wieder langstockhaarige Hunde, in der Zucht. 


                                                                              
                                                                           Langstockhaarige Junghündin,   
                                                                             Anfang des 20. Jahrhunderts   


         Auf Grund der schnellen Auffassungsgabe und der angezüchteten Eigenschaft ihrem Menschen 
                                                                    bedingungslos dienen zu wollen,
             wurden Deutsche Schäferhunde in zwei Weltkriegen zu Massen im Kriegsdienst ausgebildet 
                            um dann,
( gleichwohl ob nun mit einem stock- oder langstockhaarigen Fell ausgestattet )   
                                                         für " Volk und Vaterland" ihr Leben zu lassen.


                     Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges existierte kaum noch gutes Hundematerial.
                                         Die Züchter dieser Zeit, standen praktisch vor einem Neubeginn. 
                           Erschwerend für den Zuchtaufbau, kam auch die Teilung Deutschlands hinzu. 


                 In der ehemaligen DDR war die Zucht mit langstockhaarigen Hunden rigoros untersagt.
                Langstockhaarige Jungtiere erhielten auf den Nachzuchtbeurteilungen ein "Mangelhaft"
                                               und wurden ihren Eltern als Zuchtfehler angekreidet. 
                   Die Anpaarung zweier nachweislicher Langhaar-Vererber wurde tunlichst vermieden.
                         So bekam man dort bei so einer gestrengen Selektion, Deutsche Schäferhunde 
                                                            mit langem Haar eher selten zu Gesicht.
                        
( Liebhaber zahlten für so eine "zuchtuntaugliche Rarität" gerne den doppelten Welpenpreis. ) 


               In den alten Bundesländern setzte man noch in den 70. Jahren, Hunde mit längerem Fell 
                                                                            bedingt  in der Zucht ein.
    Oft wurden hier auch Inzuchten auf rezessive
( verdeckte ) Träger des Langhaar-Gens vorgenommen.
             Es handelt sich also nicht um Zufall und schon gar nicht um ein Wunder, wenn immer wieder 
                      langstockhaarige Welpen in den Kurzhaar-Würfen lagen,
( und heute noch liegen ).
 

                              1991erteilte der SV,  ( mit  Berufung auf den Standard des Deutschen Schäferhundes
                                 
 und der fragwürdigen Begründung von  fehlender Unterwolle beim Langstockhaar ),
                     dem langstockhaarigen Rassevertreter das endgültige Zucht und Ausstellungsverbot.
                                Die Welpen mit dem Wuschel- Fell erhielten zwar Abstammungsnachweise,
                                                        galten aber jetzt schlechthin als "Ausschuss".


                                                                             
                                                                           Langstockhaarige Junghündin
                                                                            Anfang des 21. Jahrhunderts.


          Viele Züchter des DSH wollten sich  mit der Diskriminierung ihrer langstockhaarigen Nachzucht 
        aber nicht abfinden. Sie verließen den SV und züchteten von da an ihre schönen Hunde unter der    
                    Obhut anderer, national und international anerkannter Zuchtvereine / Dachverbände, 
                                                    unter dem Namen   " Altdeutsche Schäferhunde " ! 
                      Die steigende Liebhaberzahl für den Deutschen Schäferhund mit dem imposanten,
                                                           " unerwünschten "  Fell, gab ihnen Recht.
                                                                                               *
                       Nach vielem hin und her änderte 2011 der Gründerverein der Rasse den Standard.
               Ein, eben noch als größtes Abfallprodukt der Deutschen Schäferhundzucht angesehener,
                           auf vielen Hundesportplätzen wegen seines Fells gemobbter Langstockhaar
                    ist nun auch beim SV hoffähig geworden. Vom Pfü zum Fein, sozusagen über Nacht. 

                Erwiesener Maßen ist das Langstockhaar in der Genetik des Deutschen Schäferhundes 
                             fest verankert und Erbanlagen scheren sich nun einmal nicht um Verbote. 
                     Es würde strengster, einschneidender Maßnahmen in der Zuchtauswahl bedürfen
                    und vieler, vieler Generationen um dieses Gen auszumerzen. Wie sich gezeigt hat, 
                                                        reichen 100 Jahre dazu bei Weitem nicht aus.

                

    Das oberste Gebot in der Schäferhundzucht sollte immer und vorrangig, die physische u. psychische 
        Gesundheit der Rasse sein. Die Frage nach der Länge des Haarkleides tritt dabei ganz weit in den
            Hintergrund zurück. Verfechter der jeweils einen,- bzw. anderen Haarart wird es immer geben.
                                          Doch über Geschmack läßt sich ja bekanntlich nicht streiten.
                                                                       
                 


                                                                                
Copyright : G. Glang

                                           Quelle: Einiger Fotos bzw. Textabschnitte : Der Deutsche Schäferhund in Wort u. Bild  von M. v. Stephanitz